Faszientechnik (viszerale Technik) in Düsseldorf - Fidelis Team - Physiotherapie Düsseldorf

Rufen Sie uns an
0211 320102

Zum Kontaktformular

Faszientechnik (viszerale Technik) Düsseldorf

Wer hat noch nicht von Faszientechnik gehört? Dank modernster Forschungen und Erkenntnisse wird den Faszien gerade in der Physiotherapie heute ein sehr hoher Stellenwert beigemessen.

Lange Zeit wurden Faszien, die jeden Muskel und jedes Organ überziehen, als überwiegend passive Hüllen gesehen, die als Kraftüberträger der Sehnen und Muskeln dienen und die unterschiedlichen Organe voneinander trennen. Inzwischen weiß man, dass Faszien eine überaus aktive Rolle in der Ausführung aller Bewegungen wie auch in der Körperwahrnehmung spielen und zusätzlich wichtige Funktionen für den Blut- und Lymphfluss im Gewebe übernehmen.

Der Wirkmechanismus der Faszien bei der Entstehung von Schmerzen im Rücken- und Schulterbereich wurde lange Zeit unterschätzt. Neueste Erkenntnisse und Methoden wie die Faszientechnik liefern vielversprechende neue Therapieansätze – gerade bei schmerzhaften Veränderungen.

Was sind Faszien genau?

Bei den Faszien handelt es sich um ein Fasergeflecht, das von Kopf bis Fuß sämtliche Strukturen des Körpers – also jedes Organ, jeden Muskel, selbst jede Muskelfaser, jede Nervenfaser und jeden Knochen – mit einem mehr oder weniger straffen, elastischen, festen oder lockeren Netz umgibt. Auch die Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln zählen zu den Faszien.

Im Prinzip sind die Faszien das, was umgangssprachlich als „Bindegewebe“ bezeichnet wird. Das Bindegewebe umhüllt die einzelnen Organe und Funktionseinheiten und trennt sie voneinander ab, sodass sie sich leicht gegeneinander verschieben können. Faszien verbinden aber auch alle Organe miteinander. Sie bilden ein einzigartiges Netzwerk im Körper.

Faszien sind zwar in ihrem Aufbau grundsätzlich gleich – sie bestehen aus eiweißhaltigen Kollagenfasern, aus ebenfalls eiweißhaltigen Elastinfasern, aus Bindegewebszellen und einer Matrix, die wasserhaltige Substanzen enthält und für Stoffwechselfunktionen des Gewebes zuständig ist – aber je nach Funktion sind sie unterschiedlich dick und in ihren Bestandteilen unterschiedlich stark ausgeprägt.

Das Faserbindegewebe einer Sehne zum Beispiel ist extrem zugfest, wenig elastisch, zellarm und von relativ großem Durchmesser, um die Kraft der Muskeln auf die Knochen übertragen zu können. Bindegewebe, das innere Organe umhüllt, ist dagegen eher locker strukturiert und zellreich.

In den Faszien selbst finden sich weitere Strukturen wie Blut- und Lymphgefäße und auch Nervenfasern. Das erklärt ihre Aufgaben bei Stoffwechselvorgängen und in der Informationsverarbeitung im Nervensystem. Inzwischen ist bekannt, dass die Faszien im Zusammenhang von Stress und Muskelverspannungen eine wesentliche Rolle spielen. Werden die Faszien durch Stress in Alarmbereitschaft versetzt, spannen sie sich an. Werden die Stressreize über längere Zeit nicht abgebaut, entwickelt sich die Anspannung zu einer Verspannung, die sich von den Faszien auf die Muskulatur ausweitet und unterschiedlich starke Schmerzen auslösen kann.

Auch durch einseitige Belastungen im Sport oder am Arbeitsplatz, durch Unfälle und Überbeanspruchungen können Faszien in Mitleidenschaft gezogen werden. Faszienstörungen entstehen oft durch sogenannte Verklebungen. Wenn die umliegenden Muskelfasern durch Verspannungen oder Verletzungen nicht mehr richtig arbeiten, kommt es zu einem gestörten Lymphfluss im Fasziengewebe. Lymphflüssigkeit enthält unter anderem Fibrinogen (Eiweißstoff), das sich in Fibrin umwandeln kann und wie eine Art „Klebstoff“ dafür sorgt, dass sich Muskeln und Faszien nicht mehr gegeneinander verschieben. Das kann schmerzhaft sein und zu einer Einschränkung der Beweglichkeit führen.

Werden derartige Verklebungen nicht aufgelöst, kann ein Teufelskreis aus Verklebung und Verspannung enstehen, da Verklebungen wiederum den Lymphfluss stören.

Wie hilft die Faszientechnik?

Eine reibungslose Funktion der Faszien ist wichtig für die Beweglichkeit, den Lymphfluss und viele Stoffwechselvorgänge im Körper. Störungen wie Verspannungen und Verklebungen haben eine Abnahme der Beweglichkeit und Muskelkraft zur Folge. Dadurch erhöht sich unter anderem das Verletzungsrisiko an Muskeln, Knochen und Gelenken. Da der Lymphfluss wichtige Funktionen im Immunsystem übernimmt, können Faszienstörungen auch die Abwehrkräfte schwächen.

Verspannungen und Verklebungen der Faszien lösen sich nicht von allein. Auf Basis der neuen Erkenntnisse wurden inzwischen vielversprechende neue Therapieansätze entwickelt.

Zu den bekanntesten Faszientechniken gehört das sogenannte „Myofasziale Release“, wobei es sich um eine körpertherapeutische Einzelbehandlung handelt.

Durch gezielte Manipulation (Einsatz der Hand/Hände) im tiefen Bindegwebe wird versucht, ausgleichend auf die Faszien einzuwirken. Bekannt ist auch die Zuhilfenahme von Faszienrollen oder Bällen. Auch mit unterschiedlichen Dehnungskonzepten und Physio-Taping lassen sich gestörte Faszienstrukturen behandeln. Ziel jeder Faszientechnik ist es, die Beweglichkeit und Verschiebbarkeit des Bindegewebes zu verbessern, Gelenke zu entlasten, blockierte Gelenke zu mobilisieren und unvorteilhafte Bewegungsmuster aufzulösen.

Bei welchen Indikationen (Anlässen) lässt sich die Faszientechnik anwenden?

Die Faszientechnik kommt in erster Linie bei Verspannungen und Schmerzen am Bewegungsapparat zum Einsatz.